Leider kann unser Mauzelbär Euch nicht mehr mit seinem fröhlichen "Miau!" begrüßen - 
er mußte am 11. März 2001 eingeschläfert werden.

Diese Seite ist eine Hommage an einen hübschen schmusigen Kater, den wir immer noch sehr vermissen. 
Die Wohnung ist leer ohne ihn ...


Haskan Kopfportrait


† HASKAN VON CHESSAR SEIWARAN †

- genannt Tommi oder Mauzel oder Maubär -
wurde von seiner Mama WONDERLAND's CORINNE am 28.9.1985 als einer von 5 Brüdern geboren.
Seinen Papa BERTIL VON TRONDHEIM hat er nie kennengelernt, aber er muß ein großer Champion gewesen sein.
Er ist auf Ausstellungen gewesen und hat dort viele Preise gewonnen.

Obwohl er so schön war genügte er anscheinend nicht ganz den Ansprüchen der Perserkatzenzüchter an die sogenannten Standards. Vor allem hatte er ziemlich schlechte Zähne und wurde deshalb schon in frühen Jahren kastriert.

Haskan auf dem Rücken liegend Er kam dann zu einem jungen Türken, der selten zu Hause war, und mußte sein Heim mit einem anderen roten Perserkater teilen. Sie haben sich oft gestritten und sind sich tunlichst aus dem Wege gegangen, soweit das möglich war. Wenn das Herrchen nicht zu Hause war - oft tagelang, denn er hatte einen Job als Zugbegleiter - wurde schon mal das Essen knapp und das Katzenklo war schon bald so dreckig, dass er nicht mehr hineingehen mochte. 
Er hat dann als Alternative die Badewanne entdeckt (war doch eigentlich nett von ihm, dass er wenigstens im Badezimmer geblieben ist?) - aber sein Herrchen war darüber ziemlich sauer. Er hat dann bevor er wegfuhr Wasser in die Badewanne eingelassen - damit er nicht mehr da hinein ginge. 
Dann hat er halt auf den Fußboden ...
Daraufhin hat sein Herrchen nach einem neuen zu Hause für ihn gesucht. Die drei wohnten damals über einer kleinen Buchhandlung und eine der Mitarbeiterinnen, Sabine, hat schon mal den Fütterdienst übernommen, wenn der junge Mann mal wieder nicht da war. Als sie davon hörte, dass Tommi weg sollte, hat sie mich angerufen, weil sie wußte, dass ich mir immer schon eine Katze gewünscht hatte. Mein Mann Thomas war zwar von der Idee, eine Katze im Haus zu haben, nicht so begeistert, aber ich habe mich dann durchgesetzt. An einem Freitag nachmittag im Jahr 1990 haben wir ihn dann abgeholt. 

Als ich Tommi zum erstenmal sah, war ich ziemlich erschrocken als er mit seinen 7 kg auf mich zu stolziert kam. So groß hatte ich mir ihn nicht vorgestellt - dabei hatte er nur noch einen Bruchteil des langen Fells, das er später wieder hatte, denn der Türke hatte ihn so wenig gekämmt, dass sein Fell ganz verfilzt war und nur noch abgeschnitten werden konnte. Aber als der erste Schock vorbei war, habe ich ihn dann doch mitgenommen. 

Haskan teifend
Haskan putzt sich 10 Jahre hat er dann bei uns verbracht.
Weil ich immer so wenig zu Hause bin - die Pferde nehmen mich voll in Anspruch - hielt er sich immer mehr an meinen Mann, der ihn sicher auch gern hatte, auch wenn er immer das Gegenteil behauptete, weil die Fellflusen überall herumflogen und sich an jedem Kleidungsstück festsetzten, obwohl ich ihn eigentlich oft genug - für seinen Geschmack sicherlich viel zu oft - kämmte und bürstete.

Seine Macke mit dem danebenmachen konnte er lange nicht ablegen, auch wenn wir  das Katzenklo sicher sehr viel sauberer gehalten haben. Manchmal war er eben der Meinung, dass er doch mal wieder daneben sch... mußte. Dann haben wir zwar mit ihm geschimpft, aber das beeindruckte ihn nicht sonderlich. 

Seit er aber für jedes INS KLO machen einen Zahnpflege-Algen-Kaugummi bekam (die sind  schweineteuer, aber er war eine zeitlang ganz wild darauf), kam ihm kaum noch in den Sinn, das Katzenklo nicht zu benutzen.

Was wir am meisten an ihm schätzten war, dass er nicht kratzte ohne provoziert zu werden. Es gibt ja viele Katzen, die lassen sich kraulen und schlagen dann aus heiterem Himmel auf einmal ihre Krallen in die streichelnden Hände - 

DAS TAT ER NICHT! 

Wenn Tommi nicht mehr gekrault werden mochte stand er einfach auf und ging weg. Selbst beim Spielen hat er oft die Krallen eingezogen, wenn er zuhaute - aber natürlich hat es im Eifer des Gefechtes auch schon häufig genug blutige Striemen und Kratzer gegeben.

Außerdem war er nicht darauf versessen, die Möbel zu zerfetzen. Sicher gab es ein paar Stellen, wo er dann doch schon mal zu kratzen versuchte, aber das war nicht seine Priorität. Er hatte sich im Keller, in den er uns oft begleitete um nach dem Rechten zu sehen, die Holzlatten ausgeguckt, an denen er sich austoben durfte.

Haskan wird gekrault
Der Balkon war für ihn  auch immer wieder ein interessanter Ort. Hier gab es extra für Tommi einen Klapptisch an der Balkonbrüstung, auf dem er gerne saß und sich das Treiben vor dem Haus betrachtete. 

Manchmal stolzierte er dann auf der zum Glück recht breiten Brüstung entlang, die linken Beine links, die rechten rechts von diesem Stahlgeländer - das gab ihm Sicherheit. 

Toll fand er, dass er auf dieser Brüstung laufend auch zu unseren  Nachbarn gelangen konnte. Dort gab es immer wieder neues zu entdecken. Allerdings hatte er dann schon mal Probleme, wieder zurückzukommen, weil es dort keine Steighilfen zur Brüstung hinauf gab - dann mußte Thomas schon mal zu ihm hinüberklettern und ihn wieder zurück holen.

Haskan auf Abwegen
Haskan im Blumenbeet
Manchmal ging er auch aus dem Haus und durchstreifte die nähere Umgebung. 

Als er zum erstenmal entdeckte, dass draußen auch noch eine Welt ist, bin ich mit ihm an der Leine spazieren gegangen. Aber das wurde mir bald zu langweilig, weil Tommi sich gerne stundenlang irgendwo hinsetzte und sich die Gegend ansah. Daraufhin durfte er dann doch alleine gehen. 
Natürlich gab es auch schon mal Begegnungen mit anderen Katzen oder auch  Hunden gegeben, aber es ging immer mit etwas Fauchen und Wegrennen ab. 

Seit kurzem wohnen außerdem zwei große Schäferhunde in unserem Haus, zwei Etagen über uns. Die hatten zwar nichts gegen Tommi, er aber gegen sie.

Am 11. März 2001, einem Sonntag, bemerkte Thomas, dass Tommi seine Hinterbeine nicht mehr koordinieren konnte. Außerdem schrie er immer wieder erbärmlich.

Ich fuhr so schnell ich konnte in die Tierklinik mit ihm, hatte schon ein schlechtes Gefühl, dachte an einen Schlaganfall oder so. 

So etwas ähnliches war es auch. Sein vergrößertes Herz hatte Blutgerinnsel in die Bein- und Lungenarterien gepumpt, die Lunge war schon stark verschattet, und das war schmerzhaft.

Gegen 13.30 Uhr wurde unser lieber Mauzelbär erlöst.

Haskan Kopf

 
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Zeichnung von Haskan

Wuppertal, 20.9.2008